Newcastle Glasgow
So habe ich meinen Geburtstag noch nie gefeiert. Aufwachen auf der Nordsee mit Blick auf die englische Küste. Meine wunderbaren Geschenke sicherten einen interessanten Aufenthalt in Glasgow. Doch zunächst gab es erstmal ein gutes Frühstück. Pünktlich 9.15 Uhr britischer Zeit legten wir in Newcastle an. Die Einreiseformalitäten verliefen schnell und unkompliziert. Nun konnte es losgehen. Linksfahren mit dem Auto erforderte höchste Konzentration, dazu der Stadtverkehr von Newcastle, doch Uwe meisterte die Herausforderungen mit Bravour. Wir hatten die Route über Carlisle gewählt und fuhren so parallel zum Hadrianswall. Natürlich wollten wir davon auch etwas sehen. Eine Museumsbesichtigung hätte zu lange gedauert, zumal wir ja vor vielen Jahren schon einmal mit unseren Kindern hier mit dem Fahrrad unterwegs waren. Ich hatte es gar nicht so hügelig in Erinnerung. Da haben wir damals unsere Kinder ganz schön gefordert! Wir hielten an einem Aussichtspunkt auf den Hadrianswall. Diese alte Steinmauer ist schon sehr beeindruckend. Es waren einige Wanderer unterwegs, und wir kamen mit drei jungen Männern aus Belgien ins Gespräch, die den ganzen Weg bis Carlisle gehen wollten und bereits seit drei Tagen unterwegs waren. Wir gingen nur ein paar hundert Meter, um einen kleinen Eindruck von diesem mächtigen Bauwerk zu erhalten. Unser nächster Stopp war Gretna Green. Der kleine Ort war vor allem im 18. und 19. Jahrhundert sehr berühmt, weil junge Paare aus England, deren Eltern aus verschiedensten, vor allem Standesgründen eine Heirat verboten, den ersten schottischen Ort hinter der Grenze nutzten, um sich trauen zu lassen. Eine Trauung konnte hier vom Schmied vorgenommen werden, daher auch der englische Begriff „getting married over the anvil“ (über dem Amboss heiraten). Heute ist Gretna ein sehr touristischer Ort mit Souvenirshops, der Schmiede und einem „Courtship Maze“ (Labyrinth). Der Weg zu den Toiletten ist einem Kirchengang (aisle) nachempfunden, ein Video zeigt eine schottische Hochzeit, bei der die Hände des Brautpaares mit einem Band zusammengebunden werden (ein anderer Begriff für heiraten, der heute noch gebräuchlich ist ist: to tie the knot). Doch heute war nicht allzu viel los. Wir holten uns einen Kaffee und aßen dazu leckeren Zitronenkuchen, den Ines‘ Mama als Geburtstagskuchen mitgegeben hatte, vielen Dank!
Nun ging es weiter nach Glasgow. Wir kamen kurz nach drei in unserem Hotel an. Nach einer kleinen Verschnaufpause, machten wir uns stadtfein und gingen um die Ecke zum Restaurant Ardnamurchan, wo wir ein geburtstägliches, sehr leckeres und reichhaltiges Abendmenü mit traditionellen schottischen Speisen genossen. Da war es gut, dass bis zum Theater noch einige Minuten zu gehen waren. Mein Geschenk waren Karten für Mamma Mia, die Londoner Produktion gastierte gerade in Glasgow. Es war ein toller Abend! Auch wenn überall Schilder darauf hinwiesen, dass das Mitsingen während der Vorstellung verboten war, gab es am Ende doch noch Gelegenheit zum Singen! Nun waren auch Ohrwürmer für die nächsten Tage sicher! Mit einem gemütlichen Spaziergang zurück zum Hotel endete dieser Tag.