Sconser – Isle of Raasay
15 km Wanderung
Heute hatten wir uns direkt den Wecker gestellt, weil wir mit der Fähre auf die Insel Raasay übersetzen und dort eine längere Wanderung machen wollten. Nach einem guten Frühstück und mit vorbereitetem Proviant legten wir zu Fuß den kurzen Weg zur Fähre zurück.
Bei Sonnenschein und ruhiger See machte die Überfahrt Spaß und unterwegs gab es sogar etwas Aufregung: Vor dem Schiff, und kurz darauf neben dem Schiff waren Delfine zu sehen. Für ein Foto war es leider zu spät aber allein der Anblick ist immer wieder schön. Aber auch der Blick zurück auf „unsere“ Insel war toll.
Vom Anleger ging es rechts hoch vorbei an Raasay House und ein Stück an der Straße entlang bis wir in den Wald auf einen schmalen Weg abbogen. Ein kleiner Umweg, fast zugewachsen, führte zu den Resten einer keltischen Feste, dem Dun Borodale Broch. Weiter ging es durch den Wald zum Standort der Mine Nr. 2, die seinerzeit zwar mit aller nötigen Infrastruktur angelegt worden war, abe nie in Betrieb ging, weil das Bergbaugutachten keinen profitablen Abbau der Eisenerzvorräte versprach.
Auf unserem Weg eröffneten sich auch immer wieder schöne Ausblicke: mal zurück auf die Berge auf Skye, mal lugte auch schon der höchste Gipfel auf der Insel Raasay, der Dun Caan hervor. Hoch über uns kreiste ein Steinadler. Und da war auch schon der erste kleine Wasserfall. Da wir lange entlang eines Bachs nach oben stiegen, sollte dies nicht der letzte gewesen sein.
Den Weg hatten wir mit Komoot auf Basis einer bestätigten Wanderung sorgfältig geplant, aber ab und zu gab kamen wir doch ins Grübeln: Sollten wir jetzt über den Zaun an der mit Übersteigbrett versehenen Stelle steigen oder weiter davor bleiben. Da musste man schon genau die topografische Karte auf dem GPS und die Komoot-Karte zu Rate ziehen und leider auch mal wieder umkehren. Erst recht wenn ein Zaun relativ neu und noch nicht in der Karte verzeichnet war. Wegmarkierungen gab es nämlich auf der ganzen Strecke nicht, mit Ausnahme von einigen wenigen Wegweisern, wenn Wanderrouten (Wanderwege waren es selten) abzweigten. Meist orientierten wir uns daran, wo ein Weg anhand fehlenden Bewuchses oder treppenartigen Abstufungen zu vermuten war, immer ungefähr entlang dem Strich auf der GPS-Karte. Die Wiesen und Wege waren gut durchfeuchtet wie ein Schwamm; ab und zu rutschte man schon ein wenig in ein Schlamm- oder Wasserloch. Aber die Sonne schien und so trocknete auch der Schuh – bis zum nächsten „Loch“.
Jetzt ging es immer am Zaun lang, aber hoch und runter.
Inzwischen hatten wir uns nach den Mühen des Aufstiegs und der Ebene eine Ruhepause redlich verdient. Wir machten ein Picknick bei schönstem Sonnenschein auf einer Felsplatte und verzehrten unsere Butterstullen, Würstchen und Obst. „Um die Ecke“ erwarteteten uns tolle Ausblicke: auf die Seen Loch na Mnà und Loch na Meilich, dahinter der Dun Caan.
Es ging noch einmal ein ganz schön steiles Stück nach oben, aber dafür wurden wir mit spektakulären Ausblicken bis hinüber zum schottischen Festland und in die andere Richtung auf die Isle of Skye belohnt, ehe es dann zum Abstieg ging.
Aber auch hier immer wieder schöne Ausblicke, selbst von der Straße, die wir nun längere Zeit entlang liefen – aber auch hier bergauf-bergab.
Wir machten noch einen Schlenker zur Distillery. Leider gab es dort nichts zu essen, so dass wir nur einen kleinen Schluck verkosteten. Das Angebot war sonst aber eher hochpreisig, dafür dass der Schluck nicht ganz nach unserem Geschmack war. Wieder zurück zum Raasay House: dort checkten gerade Gäste ein, aber wir konnten dort essen. Es gab leider nur das Barmenü, also entschieden wir uns, neben einem kühlen Getränk, für Fish and Chips. Auf dem Weg zur Fähre konnten wir noch einen Hütehund bei der Arbeit sehen, er musste eine Herde von einer Weide über den Weg auf die Nachbarweide treiben. Gesättigt gingen wir an Bord der Fähre für 18:05 Uhr. Die Abfahrt verzögerte sich allerdings wegen eines medizinischen Notfalls (was direkt auf der Internetseite angezeigt wurde). Nachdem der Krankenwagen an Bord war, ging es dann auch los. Zum Glück hatten wir ab Fährhafen nur noch einige hundert Meter zum Ferienhaus, wo wir als erstes unsere „heißgelaufenen“ Wanderschuhe auszogen.