Old Man of Storr – Halbinsel Trotternish (5 km, 280 m Anstieg)
Eigentlich wollten wir heute nach der gestrigen langen Wanderungen einen gemütlichen Ausflug zum Old Man of Storr machen. Doch gemütlich bei Wanderungen ist wohl ein uns fremdes Konzept. Wir hatten über Komoot eine Tour geplant, die uns unterhalb des Old Man entlang führen sollte. Natürlich wollten wir auch nicht denselben Weg auf- und absteigen. Nach einem guten Frühstück fuhren wir mit dem Auto Richtung Portree und dann weiter nach Norden. Auch hier boten sich uns wieder viele tolle Ausblicke, doch man kann ja schließlich nicht an jedem viewpoint anhalten. Als sich zwischen den Fairy Falls und dem großen Parkplatz zum Old Man am linken Fahrbahnrand ein kleiner Parkplatz zeigte, der noch dazu einen freien Platz bot, stellten wir erstmal unser Auto ab und holten uns ein Parkticket. Der Platz lag ganz günstig, denn unser Rundweg schloss einen Teil Straße mit ein, so konnten wir mit einem Straßenabschnitt beginnen und mussten nicht den ganzen Straßenabschnitt mit einem Mal gehen. Der Einstieg in unseren Wanderweg war schon ominös, denn es gab ihn nicht. Komoot schickte uns über einen Viehzaun (diesmal ohne Steighilfe) und dann durch hohes Binsengras einen schmalen Pfad zwischen Drahtzaun und Mauer geradewegs nach oben. Wir bahnten uns unseren Weg und mussten dabei noch zwei kleine Bäche queren. Auch heute hatten wir wieder teilweise sehr feuchten torfigen Untergrund, aber es ging ganz gut voran. Den Trampel- oder Schäferpfad konnten wir dank Komoot und wachsamen Augen ganz gut ausmachen. Es ging halt steil nach oben, die eine oder andere Klettereinlage eingeschlossen. Außer ein paar Schafen auf der anderen Seite der Mauer waren wir vier die einzigen auf diesem „Weg“. Belohnt wurden unsere Mühen mit phantastischen Ausblicken auf den Loch Leathan und die Küste sowie die gegenüberliegenden Inseln und nach oben auf das Storrmassiv. Mit ein paar kleinen Pausen erreichten wir unseren höchsten Punkt bei 450 m. Hinter den vorgelagerten Felsen führte uns nun ein Weg zur Hauptroute. Doch zunächst genossen wir nochmal die Stille und die phantastischen Ausblicke. Die Felsen regten die Phantasie an und so sahen wir nicht nur den Old Man, sondern entdeckten auch andere Figuren (sich lausende Affen, eine alte Frau, einen Geier…). Auf den Aufstieg direkt zum Old Man verzichteten wir. Wir sahen ihn aus der Ferne besser, außerdem war der Weg hier sehr voll, nicht ganz wie bei Sonnenschein an der Bastei, aber ähnlich. Der Weg war gut ausgebaut, z.T. mit Steinstufen. So konnten wir einen relativ bequemen Abstieg nehmen. Unsere Befürchtungen nach dem Aufstieg waren unbegründet – zum Glück. Wir erreichten also wohlbehalten wieder unseren Ausgangspunkt, nach einem kleinen Abstecher in den Souvenirshop. Ein Café fanden wir nicht gleich, so fuhren wir weiter Richtung Nordspitze. Die Landschaft ist einfach atemberaubend. Wir genossen die Blicke aus dem Auto, außer Steffen, der heute fuhr und sich auf den Verkehr auf den engen Straßen konzentrieren musste. Im kleinen Örtchen Staffin fanden wir ein Café der Columba-Organisation, die sich um die Förderung junger Menschen verdient macht, und ihnen mit ihrem Programm hilft, ihren Platz im Leben zu finden. Wir aßen sehr leckeren Lachs-Kartoffelsalat bzw. Lammstew, dazu gab’s einen Softdrink bzw. Tee. Gut gesättigt setzten wir unseren Weg fort und erreichten schließlich die Ruinen des Duntulm Castle. Von dem einstigen Bollwerk ist nicht mehr viel übrig, aber man hat einen tollen Blick auf die umliegenden Inseln und die Westhighland-Berge. Auf einer Bank in der Sonne mit Blick aufs Meer genossen wir noch ein kleines Eis. Wir kamen noch am Skye Museum und an der Hütte von Flora MacDonald (die Bonnie Prince Charlie in Frauenkleidern zur Insel gebracht und ihm somit das Leben gerettet hatte) vorbei.
In Portree hielten wir noch am Co-op Supermarkt, um unsere Vorräte wieder aufzufüllen und fuhren dann weiter zurück nach Sconser.