Skye – Oban
Heute mussten wir von unserem Ferienhaus in Sconser auf der Isle of Skye Abschied nehmen. Der Wechsel ins nächste Ferienhaus in Oban war mit einer längeren Autorfahrt verbunden, auf der wir aber einige Abwechslungen eingeplant hatten. Das Wetter machte uns die Abfahrt leichter, die Wolken krochen über den Berg hinunter.
Erstmal ging es durch den südlichen Teil der Insel, Sleat, den wir noch gar nicht besucht hatten, also wieder interesaante Eindrücke und Ausblicke auf die Landschaft. Kurz vor der Fähre wollten wir noch einen Blick auf das Armadale Castle und den Garten werfen. Wir hatten aber nur noch eine Stunde, bis wir weiter zur Fähre mussten, und in Anbetracht dieser Tatsache und des Eintrittspreises von 15 £ pro Person verzichteten wir auf die Besichtigung der Ruine und des Woodlang Garden. In einer Stunde könnten wir es schon schaffen, meinte die Frau an der Kasse, aber es gäbe noch einen Weg etwas oberhalb, der einen Blick auf das Castle bieten würde. Und so stiegen wir auf einem Pfad hinter dem Shop in den wilden dunkeln Wald hinauf, der in einen breiteren Fahrweg mündete. Abgesehen von dem grünen Dschungel einer freundlichen Dame mit Hund war nichts zu sehen. Aber da war so etwas wie ein Turm – durch das Grün konnten man die Zinnen erkennen. Spannender war da ein weißes Gebäude im neogotischen Stil – Lord Macdonald’s Stables, das wohl aus einem ehemaligen Stallgebäuder hervorgegangen war, aber als Begegnungsstätte für den Clan Donald restauriert wurde und nun einige Informationen und Ausstellungsstücke zum Clan (der vom 15. bis 19. Jh. eine wichtige Rolle auf Skye spielte) bietet und ein Restaurant beherbergt.
Die Fähre war gerade angekommen; die Zufahrt zu den Wartespuren wurde geöffnet und so konnten wir uns schon einreihen und unser Ticket scannen lassen. Ines und Birgit stöberten noch ein wenig in den umliegenden Shops. Nach einer kurzen Runde ging ich wieder zum Auto zurück; jetzt hatten wir allerdings noch mehr Zeit, da sich wegen der Tiden die Fährfahrt bis 13:00 Uhr verzögerte. Die Überfahrt über den Sound of Sleat dauerte 30 Minuten, einige Delfine, die mal kurz auftauchten, inklusive.
Nächstes Highlight, neben dem Blick auf das Ben-Nevis-Massiv war Glennfinnan. Hier quert noch ein Zug mit einer guten alten Dampflok ein langgezogenes Viadukt ein Tal – bei Harry Potter ist dies der Hogwarts Express, in echt der Jacobite SteamTrain. Entsprechend groß ist die Touristenansammlung. Von einem großen gebührpflichtigen Parkplatz hat man die Auswahl zwischen mehreren Wegen zu unterschiedlichen Aussichtspunkten. Wir hatten den Zug schon am Bahnhof bei der Durchfahrt durch Fort William stehen sehen; hier war er für 15:10 Uhr angekündigt, also knapp 40 Minuten warten. Nachdem wir schonmal in Shop und Toilette vorbeigeschaut hatten, nahmen wir den Weg direkt hinter dem Besucherzentrum und ereichten einen Aussichtspunkt mit einem guten Blick auf das Viadukt. In der Ferne auf den Hängen rund um die Brücke waren auch viele Menschen versammelt. Ein lautes Tuten kündigte den Zug an; und für das perfekte Foto und Video ließ der Lokführer noch einmal richtig Dampf ab.
Vom Aussichtspunkt hatte man aber auch einen guten Blick auf Loch Schiel mit der davorstehenden Säule, die daran erinnerte, dass hier Bonnie Prince Charlie hier am 19. August 1745 seine Anhänger der verschiedenen Clans versammelte, um gegen England zu Felde zu ziehen. Am Ende des Shops ist auch eine kleine Ausstellung diesen Ereignissen und dem zugrundeliegenden Streit um die rechtmäßige Thronfolge gewidmet.
Das Imbissangebot im Café war offensichtlich dem Besucheransturm nicht gewachsen, so dass wir vor der Weiterfahrt noch auf unsere Vorräte zurückgreifen mussten.
Daher trugen wir in Oban schnell alles Gespäck in die Ferienwohnung und suchten ein Lokal zum Abendessen. Am Hafen waren offensichtlich einige Restaurants, das von uns zuerst angesteuerte Fischrestaurant war aber ausgebucht und konnte uns erst in ca. 1 1/2 Stunden einen Tisch bieten. Solange konnten wir nicht warten und so nahmen wir im Corryvreckan Platz, das zur Weatherspoon-Kette gehört und Standard-Pub-Food (Burger, Pizza, Curries, Fish and Chips, …) bietet.
An diesem Samstagabend waren auch sehr interessante Gruppen unterwegs: ein Mann im Hühnerkostüm, eine Gruppe im Golf-Outfit mit Aufblas-Golfschlägern usw.
Auf dem Rückweg machten wir noch einen Abstecher zu Tesco und kauften für das Sonntagsfrühstück ein.