Oban
Heute früh regnete es heftig, wie vorhergesagt. Zwischendurch zeigte sich mal kurz trügerisch die Sonne, aber das währte nicht lange. Angesichts des unsicheren Wetters und des morgigen Abreisetages mit etlichen Autokilometern hatten wir uns gegen eine größere Unternehmung wie Fährfahrt und Inselwanderung entschieden. Weiser Entschluss, wie sich später zeigen sollte, denn die Isle of Mull hing immer wieder in den Wolken.
Wir warteten das schlimmste Wettrer ab und machten einen Spaziergang auf den Pulpit Hill, von dem aus wir uns noch einmal eine andere Perspektive und Fernsicht erhofften.
Und das Wetter war uns lange Zeit gewogen; es kam sogar die Sonne heraus.
Von oben hatten wir noch mal einen guten Blick auf Oban, bis hin nach Dunollie und Lismore. Selbst der weiße Leuchtturm von Lismore war gut auszumachen. Vorn schauten wir auf die Oban direkt vorgelagerte Insel Kerrera. Dahinter ragten die Berge der Isle of Mull hervor.
In der Bucht unter uns lag eine protzige Motoryacht, laut Vesselfinder die Destiny mit 102 m Länge. Auch im Internet war der Besuch erwähnt. Der aktuelle Besitzter wurde nicht eindeutig benannt, irgendwie wird das Schiff mit dem US-Investmentbanker Stephen Schwarzman von Blackrock in Verbindung gebracht, der auch gute Kontakte zum derzeitigen US- Präsidenten haben soll. Wie in einem James-Bond-Krimi beobachteten wir mit Fernglas und Teleobjektiv, was rund um die Yacht geschah. Ein Schlauchboot näherte sich und wurde nach einer Weile über eine Ladeluke im vorderen Teil des Bugs an Bord gehievt. Dann drehte die Yacht und lief aus der Bucht aus. Vielleicht in Richtung Irland wo demnächst der US-Präsident, angeblich mit der neuen Air Force One, erwartet wird?
Endlich war die Bucht nicht mehr durch ein Monstrum verschandelt. Aber das Wetter zeigte sich nun von seiner wechselhaften Seite, es regenete. Also schnell runter vom Hügel. Wir kamen am Fährhafen heraus und stöberten noch etwas in McCaig’s Warehouse herum, das die niedrigsten Preise auf die üblichen Souvenirs bietet, aber auch Kilts und Qualitäts-Countrywear im Sortiment hat.
Auf dem Rückweg suchten wir noch etwas Leckeres Süßes zum Kaffee und wurden bei einer Konditorei/Café fündig – leckeren „homemade“ Kuchen, auch außer Haus.
Nach dem Kaffeetrinken in unserer Ferienwohnung packten wir erstmal, bevor wir uns zum mehrfach empfohlenen Lokal Cuan Mor mit guter schottischer Küche aufmachten. Wir waren zeitig dran und konnten direkt an einem Tisch Platz nehmen. Später wurden die Gäste erst einmal an der Bar in einem Hinterzimmer „zwischengeparkt“ und wurden per Pieper informiert, wenn ein Tisch frei wurde. Und so genossen wir noch einmal ein leckeres Abschlussessen in Oban.