Alkmaar (Ruhetag)
Nachdem wir gestern schon ein gutes Stück auf der Route vorangekommen waren, ist heute ein Ruhetag angesetzt. Natürlich sind wir auch an Ruhetagen immer gut beschäftigt.
Nach dem Frühstück kümmerte ich mich noch einmal kurz um unsere Website. Da wir uns DIE Käsestadt als Zwischenstopp ausgesucht hatten, wollten wir natürlich auch das Käsemuseum besuchen. Das Museum ist im Gebäude an der historischen Stadtwaage untergebracht. Seit 1365 wurde auf dem anliegenden Wagplein (Waagenplatz) der Käsemarkt abgehalten. Wurden sich Käufer und Verkäufer handelseinig, was durch Handschlag besiegelt wurde, musste der Kauf noch verwogen werden. Den Transport übenahmen die Käseträger mit den Käsetragen – bis zu 80 Käselaibe mit insgeamt bis zu 160 kg konnnten da schon mal pro Trage zusammenkommen.
Im Käsemuseeum wurde die Tradition und Technologie der Käseherstellung in Noord-Holland sehr anschaulich dargestellt: Es gab nicht nur historische Exponate, wie Käsewannen, Käsepressen, Laborausrüstung zur Qualitätskontrolle sondern auch einen kurzen Film und interaktive Informationen an einzelnen Bildschirmen. Übrigens hatte auch Miele seine geschäftlichen Ursprünge in der Milchindustrie; sie stellten Milchzentrifugen und Butterschleudern her (ein Exemplar ist ausgestellt), woraus später die Idee für die Waschmaschine geboren wurde.
Im Jahr 2014 hatte übrigens König Willem-Alexander das Käsemuseum wiedereröffnet. Mit diesem Käse lässt sich wohl ein gekröntes Haupt gern in Verbindung bringen.
Das „Gelernte“ konnte man auch spielerisch vertiefen und zwar beim Käserennen. Zwei Spieler traten als Vertreter von zwei unterschiedlichen Käseträgergilden am Computer gegeneinander an, wer am schnellsten Fragen zur „Käsegeschichte“ richtig beantwortete, machte einen Schritt vor. An einem anderen Bildschirm konnte man Mäuse im Käseregal fangen und so punkten.
Aber auch die Bauern und die Kühe als an der Käseherstellung nicht ganz Unbeteiligte wurden nicht vergessen: wieviel Arbeit, Sorgfalt und auch „Kuhwohl“ es braucht, damit aus etwa 10 Litern Milch ein Kilo guter aromatischer Käse entsteht!
Aus dem Käsemuseum traten wir – tatsächlich! – in die Sonne, die sich nach einem Regenschauer nun zeigte. Das motivierte uns zu einem Eis – mehr ging jetzt nicht, da wir noch eine kleine Grachtenrundfahrt machen wollten. Die Route führte 45 Minuten durch die Altstadt. Wir sahen etliche historische Gebäude vom Wasser aus, darunter das Haus mit der Kugel, angeblich noch mit einer originalen spanischen Kanonenkugel von 1557. Die Spanier waren übrigens nicht erfolgreich; sie wurden vertrieben oder eher „weggespült“ als alle Schleusen geöffnet wurden und das Umland geflutet wurde. Auf der Rundfahrt passierten wir 22 Brücken und ja, der Reim passt, wir mussten uns ordentlich bücken. Eigentlich war es ein Fitnessprogramm mit Rumpfbeugen, denn die Brücken waren so niedrig (die flachste mit 1 m ab Wasserspiegel), dass sich alle Insassen fast flach in die Bänke legen mussten. Alle stiegen wieder wohlbehalten ohne Kopfschmerzen und nicht kopflos aus.
Wir gönnten uns dann auf der sonnigen Terrasse eines Eiscafés (wir hatten dort vor der Bootsfahrt das Eis probiert) noch einen Kaffee mit Belgischen Waffeln mit Erdbeeren.
Dann schlenderten wir zu Fuß durch die hübschen Gässchen und Grachten. In einem Supermarkt kauften wir ein paar Kleinigkeiten als Proviant für morgen und brachten die Einkäufe ins Hotel bevor wir nach einer kleinen Pause noch einmal zum Abendessen loszogen.